Jedoch die Tochter war achtzehn und die Mutter siebenunddreißig. Und doch war die Mutter schöner....
Verzweifelt beschloß Berningen, sich nicht länger den Kopf zu zerbrechen, sondern beiden die Cour zu machen.
Graf Lork stand gelangweilt an einer Säule; sein Gesicht hellte sich auf, als Monika und Edith eintraten.
Edith sah entschieden in Balltoilette unvergleichlich besser aus als sonst, wenn auch ihr Kleid weder kostbar noch modern war. Die pfauenblaue Seide hob ihre durchsichtig helle Haut, ließ das Blond ihrer Haare wärmer erscheinen als sonst. Die gespannte Erwartung, in der sie sich befand, gab ihrem Gesichte ungewohnt lebhafte Farben.
Monika war es nicht schwer gemacht, ihrem Gespräch mit Lork die Wendung zu geben, die sie beabsichtigte.
„Wie hübsch Fräulein von Gräbert heute aussieht,“ sagte sie, als sie mit Lork auf der Galerie stand, die sich in halber Höhe des Saales an den Wänden entlang zog.
Man hatte von hier aus ein wundervolles Bild auf das Gewühl des Ballsaales. Unter dem blendenden Lichte des elektrischen Kronleuchters waren die Farben da unten wie ein tausendfarbiger Blumenstrauß: Lindenblütengrün und erikafarben, perlgrau und rosa, violett und altgold — das Schillern der Seide, die stumpfe Weichheit des Chiffon — die tiefen Töne des Sammet und das grelle Blitzen der Metallstickereien und der Paillettengarnierungen.
Dazwischen das Weiß und Schwarz der Herrenkleidung; diese brutal einfachen Farben bildeten einen guten Hintergrund für die tausend schillernden Nuancen der Damenkleider.
Und wie dem bunten Blumenstrauß Tautropfen, auf denen die Sonne funkelt, die letzte Vollendung geben, so funkelte hier das unvergleichliche Feuer der Edelsteine.