Eine Flut von Verwünschungen, von Vorwürfen stieß sie hervor.
„Woraus schließen Sie denn eigentlich, daß ich Lork erobert habe?“ fragte Monika kalt, als eine Augenblickspause ihr gestattete, ein Wort einzuschieben.
„Woraus ich das schließe? Das habe ich eben im Gefühl.“
„Sie behaupten doch sonst, daß Gefühle vor dem Verstand keine Geltung haben.“
Aber Edith war nicht in der Verfassung, sich auf logische Gespräche einzulassen. Ihr Körper zuckte in stummem Schluchzen; sie preßte die Faust an den Mund, drückte sich die Zähne tief ins eigene Fleisch. Aber die hysterische Krise war nicht mehr zurückzudämmen. Ein paar Augenblicke später wälzte sich Edith auf dem Boden und stammelte unter stoßweisen Schluchzen und Schreien, wie unglücklich sie wäre.
Monika stand ein paar Schritte davon. Ihr Mitgefühl wurde ausgelöscht von der Abneigung, die sie gegen diese Unbeherrschtheit empfand. Mit einer Art dumpfen Erstaunens dachte sie:
„Vor ein paar Jahren, als junges Mädchen, habe ich mich gerade so angestellt, wenn ich etwas nicht erreichte.“
Unfaßlich erschien ihr das jetzt.
Als Edith endlich wieder drüben in ihrem Zimmer war, war es sehr spät geworden.
Monika beschloß, gar nicht hinunterzugehen, sondern sich oben servieren zu lassen.