Gleich darauf trennte man sich. Die Damen gingen in ihre Zimmer hinauf, um sich zum Diner umzuziehen.
Und während Monika damit beschäftigt war, die Haken ihres weißen Chiffonkleides zu schließen, öffnete sich die Tür, die zu Ediths Zimmer führte.
Ohne angeklopft zu haben, trat Edith herein und sagte mit vor Aufregung verzerrtem Gesicht:
„Sie scheinen ja Ihre Freundschaftsmission recht hübsch ausgeführt zu haben.“
„Was wollen Sie damit sagen?“
„Daß Sie Lust nach einem zweiten Gatten spüren, ehe Sie den ersten los sind.“
Eine brennende Zorneswelle überflutete Monika. Sie wollte auf Edith los, ihr die Faust mitten in das blasse, höhnische Gesicht hineinschlagen, aber mechanisch gehorchte sie den Worten, die ihr, wie von Georgs Stimme gesprochen, in den Ohren klangen: „Ruhe, Selbstbeherrschung...“
Und so sagte sie nur: „Kein Wort weiter.“
„Ja, das könnte Ihnen so passen: kein Wort weiter!“ klang es keifend zurück, „nachdem Sie mir heilig versprochen haben, Lork für mich einzunehmen, haben Sie ihn mit Ihrer raffinierten Koketterie für sich selbst geködert!“