Berningen begann sich inzwischen zu langweilen. Seine neuen Flirts, denen es im Garten wohl zu tauig geworden sein mochte, waren ins Hotel zurückgegangen.
„Die braven Schweizer werden ihr Feuerwerk wohl erst um Mitternacht loslassen. Hier geht ja alles so langsam,“ murrte er. Dann steckte er sich eine neue Zigarette an und überlegte die Situation. Die Milorskischen „Drachen“ konnten jeden Augenblick wieder auf die Terrasse heraustreten; Monika ließ der Lork doch nicht aus den Fingern, und Milorski schlief schon halb vor einer Flasche Hennessy, — — kurz, es war hier nichts los.
So beschloß er denn, sich zu drücken, ging stolz über die Terrasse. Von den dreien hier achtete doch keiner auf ihn. Mit unendlicher Vorsicht schlängelte er sich an den Drachen im Salon vorbei.
Dann schlenderte er zum Hafen.
Die Schweizer waren mit Kind und Kegel von ihren Bergen heruntergekommen. Vierschrötige Gestalten, rotbäckige Gesichter. Aus hellen Augen starrten sie bewundernd auf das großstädtische Treiben und auf alle die internationalen Erscheinungen, die sich hier zwischen ihnen herumdrängten.
Und diese Menge, die so verschiedenartig war wie die tausendfarbigen Steinchen eines Kaleidoskops, wurde zusammengehalten durch ein Band: die Schaugier!
Ein „Ah“ ging über sie alle hin, als das erste geschmückte Schiff hinausglitt auf den See. Das gleiche „Ah“ kam von all diesen Lippen, den groben und den feinen, den schmutzigen und den gepflegten, den welken und den blühenden. — — Es gefiel ihm nicht, und reumütig schlug er den Weg wieder ein zu Lorks weißer Terrasse.
Als er dort ankam, fand er zu seinem Erstaunen die Milorskische Familie vollzählig im Salon von Lork, damit beschäftigt, Whist zu spielen.
„Na, und das Feuerwerk?“
„Es hat ja noch nicht angefangen, — und meine Schwiegermutter ist so gewöhnt, um diese Zeit ihr Spielchen zu machen,“ sagte Milorski kleinlaut. „Liebes Kerlchen, tun Sie mir den Gefallen und spielen Sie mit statt des Strohmanns,“ fügte er hinzu.