„Wir gehen gleich nach dem Essen zu mir hinauf,“ sagte Lork.

Monika nickte stumm.

Die Milorskischen Damen sahen sich mit kaum verhehltem Neide um, als sie die von Lork bewohnten Räume betraten, die Fürstenzimmer des Hotels. Auf der Terrasse, die sich an einen schönen blauen Louis-XV.-Salon schloß, versammelte sich die Gesellschaft.

Herr von Milorski bewunderte die Korbmöbel aus gediegenem grauen Geflecht mit Goldornamentierungen.

„Bequem wie’n Klubsessel,“ sagte er und dehnte sich behaglich in einem der Sessel, — „wenn ich denke, wie früher die Korbstühle waren! — — Die Welt schreitet doch alle Tage weiter. Es ist fabelhaft ... Nicht?...“

Er erhielt auf diese Auslassungen keine Antwort. Seine Frau und seine Schwiegermutter waren in den Salon zurückgekehrt, wo sie die Nippes besahen. Berningen hatte sich auf das Geländer der Terrasse gesetzt und kokettierte von da aus in den Hotelgarten zu zwei niedlichen Amerikanerinnen hinunter.

Monika und Lork standen ganz links, an der Seeseite. Monika sah in die Ferne, und Lork stand über ihren Stuhl gebeugt, so nahe, daß ein verschmitztes Lächeln das gutmütige Gesicht Milorskis überflog.

Die Sonne war schon untergegangen, aber noch lag die ganze Schwüle dieses endlos langen Julitages über Luzern. In dieser durchsichtigen Dämmerung zogen sich die riesigen Laubmassen der Platanenallee am Kai hin wie ein schwarzes Band. In den Straßen drängten Menschenscharen, die in diesem Lichte unbestimmte Formen annahmen. Dunkel drohten die Felsmassen vom gegenüberliegenden Ufer des Sees.

Wie ein dumpfer Druck lag es über Monika, wie eine atemraubende Erwartung.