Aber als sie sich dann zum Lunch anzog, wollte es doch wie Bangen in ihr aufsteigen: zum ersten Male ganz allein.
Sie überlegte einen Augenblick, ob sie Frau von Milorski und deren Mutter bitten solle, sie an ihrem Tische Platz nehmen zu lassen, aber gleich darauf sagte sie sich, daß es doch ein Unsinn sei, sich zur Tischgenossin dieser unliebenswürdigen Frauen zu machen, bloß weil es vielleicht nicht ganz passend war, ohne weibliche Begleitung zu sein.
Und so ging sie denn auf den Tisch zu, an dem wie sonst Berningen und Lork schon warteten.
Das Gespräch war sehr lebhaft. Monika zwang sich, so munter wie nur möglich zu sein. Sie plauderte unaufhörlich. Nur kein Stillschweigen wollte sie aufkommen lassen, das gefährlicher war als alle Worte.
Beim Dessert sprach Lork von dem Jubelfeste, das heute auf dem See stattfände, der Festtag der Eidgenossenschaften.
„Darf ich Sie bitten, sich das Feuerwerk von meinem Balkon aus anzusehen?“ fragte er Monika.
Sie starrte ihm erschrocken ins Gesicht.
Er aber fuhr ganz harmlos fort: „Die Milorskischen Damen haben zugesagt — —“
„Und ich bin erfreulicherweise auch geladen,“ fügte Berningen hinzu, „von uns allen hat nämlich nur Lork den Balkon nach der Westseite.“