Was war es denn, was die schluchzte? Ein Wort nur, ein einziges Wort: „Georg“...

Aber sie jagte diesen Gedanken von sich. Er war ein Egoist, er hatte sie nie geliebt. Und nur jetzt keine falsche Sentimentalität.

Sie war entschlossen. Sie wußte, was sie Lork morgen antworten würde.

Als sie vom Schwimmbad nach Hause kam, den Blick gesenkt, um nicht wieder in Unterhaltungen verwickelt zu werden, die sie störten, wurde sie, als sie die Halle durchschritt, angerufen.

„Ah, Frau von Wetterhelm,“ klang es ihr, in einer schnarrenden Stimme gesprochen, ins Ohr.

Sie mußte eine Sekunde lang nachdenken, wo sie dieses narbenzerrissene Greisengesicht schon gesehen, dies Gesicht mit dem bulldoggenhaften Ausdruck und einem goldgefaßten Monokel im linken Auge.

„Ah, Fürst Herrlingen.“

Wie lange ihr das schon her schien, seit sie ihn zum letztenmal gesehen. Und es waren doch erst zwei Jahre, daß sie die Botschaft in London verlassen. Sie hatte dann mit dem Fürsten noch korrespondiert, und oft hatte er ihr geschrieben, welchen Spaß ihm ihre witzigen Briefe machten.

Ob Herrlingen wohl wußte, wie sich ihr Lebensschicksal inzwischen gestaltet?