Monika saß indessen mit bitteren Gefühlen in ihrem Zimmer und rauchte eine dem Onkel „gestriezte“ Zigarette.

Die schlechte Behandlung weckte wieder alle ihre oppositionellen Instinkte, die jetzt mehrere Tage lang geschlummert hatten.

Ein kühner Griff nach der geliebten Pelzmütze, und gleich nachher lief Monika eilfertig ins Dorf hinunter.

Zuerst fünf Minuten hinein zur Liese, die sie mit lärmender Freude begrüßte und tiefunglücklich war, daß Monika „nur auf so ein Augenblickchen“ gekommen war.

„Ich will zu Doktor Rodenberg, Liese. Tante läßt mich nicht hin, obwohl ich ihr gesagt habe, daß ich ihm Grüße von Mama bringen soll.“

„Na, denn lauf’ man hin, Monchen. Dem Doktor is die Freude zu gönnen, daß er Dir mal sieht. Lange leben tut der nich mehr, der sauft sich ja zu Tod!“

„Pfui, Liese, wie kannst Du sowas sagen! Der sauft gewiß nicht. So ’n superiorer Mensch wie der Doktor!“

„So ’n was?“

„Ach, das verstehst Du doch nicht. Nun gib mir schnell noch ’n Kuß und komm bald mal zu uns. Tante hat gesagt, wenn ich Dich sehen wollte, müßtest Du mich besuchen und nicht ich Dich. Also komm bald. Ja?“