Statt jeder Antwort zog Marie ein unliebenswürdiges Gesicht. Sie trat ans Fenster und starrte auf die weißblendende Landschaft hinaus.
Plötzlich schrie sie erstaunt auf.
Und eine derartig lebhafte Gefühlsäußerung war an Marie etwas so Ungewohntes, daß Frau von Holtz gleichfalls ans Fenster trat.
Ein Schlitten war’s, der herannahte, in schleudernder Fahrt, von zwei Trakehnern gezogen.
Die Innenplätze des Schlittens waren leer. Auf dem Kutschersitze saß ein junges Mädchen, das mit einem starken Ruck an den Zügeln vor der Freitreppe parierte und mehrere Male hintereinander einen gellenden Pfiff ausstieß.
„Natürlich — Monika —,“ sagte Marie achselzuckend, während Frau von Holtz entsetzt fragte:
„Aber wo ist denn Papa? Und Friedrich? — Mein Gott, es wird doch nichts passiert sein — —“
Sie war bis in die Lippen erblaßt und stützte sich schwer auf die Fensterbrüstung.
Marie wollte hinaus, aber schon wurde die Tür von außen aufgerissen, und herein stürmte das junge Mädchen, das auf dem Kutscherbocke gesessen, — stürmte geradenwegs auf Frau von Holtz zu und umarmte sie mit allem Kraftaufwand, dessen ihre Arme fähig waren.