Marie machte einen überaus angegriffenen Eindruck, schlich, wie immer nach Bällen, mit hochgezogenen Schultern in vornübergebeugter Haltung herum und hüstelte, was ihre Eltern mit lebhafter Besorgnis erfüllte.
Frau von Holtz vergaß die eigenen Schmerzen, um Marie beständig zu Hustenbonbons zu nötigen, und Herr von Holtz rührte unter beständigem Schimpfen auf die „verfluchte Tanzerei“ ein Eigelb mit Zucker, das Marie unweigerlich sofort zu essen hatte.
Am Nachmittag, als man um den Kaffeetisch versammelt war, kam Besuch: die Leutnants von Seeburg, von Hellrich und Graf Herckenstedt kamen im Krümperschlitten an und erlaubten sich „gehorsamst zu fragen, wie den Damen der gestrige Ball bekommen“.
Da die Herren sonst nie solche Lendemainvisiten gemacht, war Marie in bitterböser Laune, und mit der bei ihr üblichen Unverfrorenheit brachte sie ihre Gefühle zum Ausdruck.
Frau von Holtz mußte mehrmals vermittelnd eingreifen, wenn ihr unliebliches Töchterlein wieder eine gar zu scharfe Bemerkung gemacht.
Von seiten Monikas war keine Schroffheit zu fürchten. Im Gegenteil! Da hatte man nur in der entgegengesetzten Richtung einen Dämpfer aufzusetzen.
Wie sie jetzt den Herckenstedt wieder anstrahlte!
„Ja, getanzt haben Sie am allerbesten, Graf. Sie sind natürlich Kadiser gewesen? Die tanzen alle gut.“