„Monika, man sagt „Kadett“. Deine Art, die Worte zu verstümmeln — — — —“
„Ach, Tantchen, das kommt doch nicht so genau darauf an unter uns Leutnants — —“
Frau von Holtz fand keine Entgegnung. Es widerstrebte ihr, in Gegenwart eines Besuches unaufhörlich zu tadeln. Andererseits war ihr die burschikos-kokette Art ihrer Nichte entsetzlich.
Sie selbst war immer sehr zurückhaltend gewesen, sehr prüde, und ihre Tochter hatte diese Eigenschaft in verdreifachtem Maße geerbt.
Und zwischen ihnen beiden saß nun Monika und kokettierte mit einer Unbefangenheit, die geradezu verblüffend wirkte.
Mit einer für ihr Alter durchaus unangemessenen Sicherheit dirigierte sie die Unterhaltung, die den Leutnants zwar sehr ungewohnt, aber dafür desto interessanter war.
Marie äußerte dazu in sehr sicherem Tone Ansichten, die sich gerade nicht durch Geistesschärfe auszeichneten.
Frau von Holtz aber, die mit ihrem ganzen Sein und Wesen in den realen Forderungen des Alltags wurzelte, war ehrlich ärgerlich.
Mit einem scharfen Ruck lenkte sie das leichte Gespräch in andere Bahnen. Sie fragte, was man in Hahndorf diesen Winter noch für Vergnügungen vorhabe.