Dann Tasso und die Leonoren, — eine Tanzstunde im Biedermeierstil —, in mehr oder weniger gelungener Darstellung wurden Szenen aus allen möglichen Kultur-Epochen vorgeführt.

Endlich kam die große Pause, nach welcher Monikas Werk: „Die Brautwahl“ steigen sollte.

Die Autorin stand in der Kulisse, schon im Kostüm ihrer Rolle: ein weißes Batistkleid, die Haare in zwei dicke Hängezöpfe geflochten, mit großen, blauen Schleifen darin. Ihr Gesichtchen wollte trotz seiner Jugendlichkeit nicht ganz zu dem harmlosen Backfischstaat passen. Für einen Kenner lag schon zu viel Ausdruck in den langbewimperten, dunkeln Augen, zu viel Bewußtsein um den vollen, roten Mund.

Monika markierte Sicherheit, sah unbeweglich zu, wie nun alles für die Szene arrangiert wurde.

Herr von Roßberg, der neben ihr stand, ließ sich aber durch ihre äußere Ruhe nicht täuschen.

„Die Angst, gnädiges Fräulein?! Was?!“

Monika sah dem hübschen Adjutanten voll ins Gesicht.

„Aber keine Spur! Ich bitte Sie, bei so einem Hauptakteur — — —“

Er verbeugte sich geschmeichelt.