„O wie fein! Das blaue, wo ich als ganz kleines Kind geschlafen habe! Hurra!“

Monika schwang ihre Pelzmütze und folgte seelenvergnügt ihrer Tante die wuchtige Treppe hinauf. Das blaue Zimmer war ein großer, ziemlich spärlich möblierter Raum, in dem der stark geheizte Kachelofen eine angenehme Temperatur verbreitete.

Ein altmodisch schmales Sofa, ebenso wie die beiden dazu gehörigen Sessel mit blauem Rips bezogen, nahm die eine Längswand ein. Dann noch ein schmales Bett, ein Waschtisch und ein Tisch, auf dem in einer bunten Porzellanvase ein Strauß von Tannenzweigen steckte.

Monika schwelgte in Begeisterung. „Das blaue! — — Und ganz für mich allein! Himmlisch. Noch nie habe ich ein Zimmer für mich allein gehabt.“

„Du schläfst mit Mama zusammen?“

„Ja, leider. Und Mama liest immer die halbe Nacht. Und wenn Licht brennt, kann ich natürlich nicht einschlafen.“

„Hier schläft Marie,“ sagte Frau von Holtz, indes sie die Tür zum Nebenraume öffnete.

„Oh — —“ Monika verstummte vor Bewunderung. In der Tat war der Raum — rosa Seide und weißer Lack — sehr elegant ausgestattet.

„Hier geht’s in Maries Wohnzimmer.“