Monika war so erschüttert über diesen letzten Besuch bei Doktor Rodenberg, daß ihr der Abschied von Sarkow nicht so fühlbar wurde, wie sie geglaubt. Sie wollte von hier aus zu einer Schwester ihrer Mutter, um dort noch einige Zeit zu bleiben, ehe sie nach Hause zurückkehrte.
Herr und Frau von Holtz nahmen sehr herzlich von ihr Abschied.
Marie begleitete ihre Cousine zur Bahn. Sie hatte sich das selbst ausbedungen. Es war, als ob sie immer noch Angst hätte, daß Monika dableiben könne.
„Na, denn komm nur, Du Gefangenwärter,“ rief ihr Monika, die schon im Schlitten saß, zu.
Die Pferde zogen an. Leicht glitt der Schlitten über den blendenden Schnee, und die Glocken klingelten hell.
Die einförmige Fahrt wurde durch kein Gespräch unterbrochen. Schweigend saßen die Cousinen nebeneinander.
Ein paar Kilometer vor Neustadt wurde die tote, weiße Landschaft lebendig.
Eine Schwadron Dragoner kam daher.
Monikas Züge hellten sich auf. Sie lachte vergnügt den Soldaten zu, die ihr bewundernde Blicke zuwarfen, indes sie langsam an dem Schlitten vorbeizogen.