„Weil ich recht habe.“
„Weil Sie vollkommen recht haben.“
„Machen Sie das den Bauern begreiflich. Raten Sie ihnen, die Klage zurückzuziehen.“
„Das tun sie nicht.“
„Verbluten sich lieber, tragen lieber den letzten Gulden zum Advokaten. Und zu welchem Advokaten, guter Gott!... ein ruchloser Rabulist. Dem glauben sie, mir nicht, und wie mir scheint, Ihnen auch nicht, trotz all Ihrer Popularitätshascherei!“
Die Gräfin richtete die hohe Gestalt empor und holte tief Atem. „Gestehen Sie, daß es für diese Leute, die so töricht vertrauen und mißtrauen, besser wäre, wenn ihnen die Wahl ihrer Ratgeber nicht frei stände.“
„Besser wär's natürlich! Ein bestellter Ratgeber, und – auch bestellt – der Glaube an ihn.“
„Torheit!“ zürnte die Gräfin.
„Wie so? Sie meinen vielleicht, der Glaube lasse sich nicht bestellen?... Ich sage Ihnen, wenn ich vor vierzig Jahren meinem Diener eine Anweisung auf ein Dutzend Stockprügel gab und dann den Rat, aufs Amt zu gehen, um sie einzukassieren, nicht einmal im Rausch wäre es ihm eingefallen, daß er etwas Besseres tun könnte, als diesen meinen Rat befolgen.“
„Ach, Ihre alten Schnurren! – Und ich, die gehofft hatte, Sie heute ausnahmsweise zu einem vernünftigen Gespräch zu bringen!“