„Das verrate ich Ihnen um keinen Preis.“

„In welcher Richtung? Die Sache ist ernst. Ich bin ein gemachter Mann, wenn ich ihn fange. Wir haben verschärfte Order erhalten, heute nachmittag. – In welcher Richtung, Doktor?... Gottes Donner! sprechen Sie!“

Rosenzweig entgegnete mürrisch: „Ich weiß nichts. Vielleicht sind Sie ihm selbst begegnet auf der Straße.“

„Niemandem bin ich begegnet außer einigen guten Bekannten ... Übrigens“ – er hielt inne und schlug sich vor die Stirn. „Auch die sind ja verdächtig ... Rechts um!“ kommandierte er seinen Leuten, und die Husaren machten kehrt. „Adieu, Doktor. Und du, Jude, merk auf! Es soll ein Preis auf den Kopf des Emissärs gesetzt sein, heißt es, ein Preis von tausend Gulden. Dein wäre er gewesen, hätt ich den Kerl hier erwischt.“

Abraham zuckte zusammen, wand sich wie ein Wurm und kreischte laut. Der Fuß des Doktors stand auf dem seinen und trat ihn unbarmherzig.

„Was gibt's?“ rief der Husar.

„Er weint um die tausend Gulden, die ihm an der Nase vorbei geflogen sind,“ entgegnete Rosenzweig.

Der Kadett setzte sich wieder an die Spitze seiner Mannschaft: „Ich reite zurück. Die Wagen holen wir noch ein ... Gottes Donner! die wollen wir jetzt aufs Korn nehmen ... In Galopp, Marsch!“ Und das Pikett rasselte davon.

Abraham hüpfte kläglich auf einem Fuße und hielt den andern, zurückgekrümmten, wie in einer Schlinge in der Hand.

„Zweitausend Gulden!“ winselte er. „Sie haben mir zerquetscht, Herr Doktor, Sie Gibor, zwei Zehen.. Aber sie sollen gehen drein, ich verlang kein Schmerzensgeld, wenn Sie mir auszahlen morgen meine zweitausend Gulden, die Sie sind mir schuldig, so wahr Gott lebt!“