„So kaufe! kaufe! zahle, was du recht findest.“
„Was ich recht fände, kann ich nicht zahlen, und weniger mag ich nicht zahlen; ich mache keinen Handel mit einem Menschen, der wie Du in Geschäften ein Mondkalb ist. Das darf nicht sein. Was meinst, Elsbeth?“
Sie lachte. Es gibt nichts, das lieblicher wäre als ihr Lachen. Um so lachen zu können, muß man eine großartige und milde Seele haben. Gar wenige Frauen lachen schön. „Was soll ich nur antworten, ohne entweder unhöflich oder gewissenlos zu sein?“ fragte sie, und er schmunzelte und begann seinen graublonden Knebelbart um den Zeigefinger zu wickeln: „Ja, wenn ich Kinder hätte, Gott weiß, welcher Schandtat ich fähig wäre, – aber so!“
Und später hieß es dann: „Weil ich keine Kinder habe und mathematisch keine bekommen werde, will ich Deine lang vernachlässigten Interessen vertreten, Du Junge Du, wie wenn es die meiner Kinder wären.“
Nein, einen solchen Mann betrügt man nicht: „Das darf nicht sein,“ wie er sagt.
Aber so schwer als möglich hat er mir's gemacht, ein ehrlicher Kerl zu bleiben. Ich mußte am Ende heraus mit einem halben Geständnis. Da murmelte er etwas von Unsinn und wurde ein wenig rot. „Du weißt nicht mehr, was Du erfinden sollst, damit man Dich nur fortläßt,“ sagte er und – ließ mich ziehen.
Kommst halt wieder, wenn Du mathematisch sicher bist: ich darf mit gutem Gewissen!
Und ich darf! Ich werde mit meiner jungen Frau den ersten Winter in meinem, durch den fürsorgenden Freund bewohnbar gemachten Hause in der Nähe von Fiume verleben, gut nachbarlich mit Elsbeth und mit meinem lieben alten Hans.
Seit drei Tagen schreibe ich an diesem Brief. Nun soll er endlich abgeschickt werden. Wir reisen morgen auf das Land.
Die Tante hat ihre Einladungen gemacht; unter den ersten Aufgeforderten waren die Eltern Madeleines samt Tochter.