»Hast sie gelesen?«

»Was gelesen?«

»Zum Teufel, die Novelle.«

»Ach ja – die deine. Noch nicht.«

»Nicht?« knirschend kam es heraus dieses: Nicht. »So schick’ sie zurück, zum Teufel, wenn du sie nicht lesen willst. Schick’ sie zurück, augenblicklich.«

»Ich laufe schon,« erwiderte Bertram ärgerlich, »ich warte nur noch den Besuch deiner Mutter ab.« Er trat ans Fenster und sah hinaus. »Da kommt sie gefahren mit deiner Schwester und dem Doktor.«

»So? Natürlich, der muß dabei sein; der Flohbißchirurg, die Wanze, der Zeck!«

Die Baronin hielt sich beim Anblick ihres verwundeten Sohnes tapferer, als Bertram es ihr zugetraut hätte. Sieglinde schwamm in Thränen. Der Doktor, ein ältliches, pfiffig dreinschauendes Männlein, war bald fertig mit der Untersuchung des Patienten.

»Ihnen fehlt nichts,« sagte er ironisch. »Stehen Sie auf. Sie können nach Hause reiten, wenn Sie’s freut. Schmerzen werden Sie ja nicht haben.«

»Ich will nach Hause fahren,« sagte Hagen.