»Thun Sie das,« erwiderte der Doktor. »Weil wir aber ganz überflüssigerweise einen Kübel mit Eis mitgebracht haben, werde ich Ihnen einen Umschlag machen und Sie verbinden.«
Das geschah. Hagen stand sofort auf, wankte, nahm ziemlich gutwillig den Arm seiner Mutter und verließ das Zimmer, ohne ein Wort des Grußes an Bertram zu richten.
»Sind Sie besorgt?« fragte dieser den Arzt.
»Es wird hoffentlich alles gut, aber leiden muß er wie ein Hund.«
Bertram blickte der, auf Befehl des Doktors langsam fahrenden, Equipage nach und dachte: Ein Gezücht, dieser Hagen, und kann doch ein tüchtiger Mensch werden. Hundemäßige Schmerzen heldenmäßig ertragen, das ist etwas. Er blieb bis gegen Abend in Vogelhaus; aß wirklich Hutzeln mit Gries, kam vor, während und nach der Mahlzeit wirklich so oft in Gelegenheit, Trinkgelder bezahlen zu müssen, daß er endlich mit leerem Portemonnaie sein Rößlein bestieg und in einem Schritt, der sich immer mehr verschärfte, je näher »die Kuh« dem Stalle kam, heimritt nach Obositz.
XII.
Beim Souper auf der Veranda war’s schön und gemüthlich, trotz einiger kleiner Zwischenfälle, die das gute Einvernehmen vorübergehend störten.
Der Baron kam wehmüthig ergriffen von
einem Besuche bei seinem Sohne zurück, verrieth aber seine Gemüthsbewegung nicht. Er setzte sich mit Nachdruck nieder, steckte die Hände in die Hosentaschen und sprach mit rauher Stimme: »Recht ist ihm gescheh’n! ganz recht.«
Seine Gattin entsetzte sich: »O, wie grausam du bist!« und er erwiderte kurz: