»Wir haben nur eine Minute Aufenthalt! steigen Sie wieder ein und wundern Sie sich später. Die Frau Baronin schickt mich Ihnen entgegen. Infolge eines Mißverständnisses wurde der Wagen aus Obositz nicht hierher, sondern zur nächsten Station dirigiert. Steigen Sie ein. In dieses, das nächste Coupée!«

»Erste Klasse, so? ach ja, das ist ja sehr aufmerksam von der Frau Baronin.«

»Sie haben Gepäck bei sich?«

»Diese Tasche.«

»Es ist doch alles drin, was Sie der Frau Baronin mitbringen wollten, ihre Briefe, ihre Photographie?«

»Woher wissen Sie ...«

»Fragen Sie nicht, steigen Sie ein!« befahl Bertram so kühl und gebieterisch, als ob er auf der Nordbahn zu Hause wäre und zu ihren Machthabern gehörte.

In dem Coupé, in das er Carolus vorantreten hieß, hatte eine ältliche, sehr dicke Dame mit türkischem Gesichtstypus sich häuslich eingerichtet. Ihre Füße ruhten auf dem Sitze ihr gegenüber, der außerdem von einem wundervollen, grauen Affenpintscher eingenommen wurde. Neben ihr stand eine geöffnete Reisetoilette mit kostbarer Einrichtung, die verschiedensten Effekten, seidene Decken, Kissen, ein Vermeillebesteck, eine goldene Cigarettentasche, lagen auf den Wagenpolstern umher. Die Luft war etwas dumpf und mit Peau d’Espagne-Düften und denen des feinsten ägyptischen Rauchtabaks erfüllt.

Die Fremde warf den beiden Herren, die sich bescheiden in die Ecken neben dem Eingang gesetzt hatten, einen feindseligen Blick zu, der aber milder wurde, nachdem er Justs Lockenkopf gestreift, auf den er auch öfters und immer freundlicher wiederkehrte, bis er endlich wie gebannt auf ihm ruhen blieb.

Sollte das der berühmte französische coup de foudre sein? fragte sich Bertram.