»In Bessarabien?«

»Meine Güter sind in der Nähe.«

»Güter in Bessarabien?« Carolus machte eine rasche Schwenkung auf seinem Sitze und sandte einen Blick voll heißer Sympathie zu der Reisenden hinüber. Sie hatte die Zeit der Reife längst überschritten, und sie hatte sehr schwellende Formen, aber sie hatte eine goldene Cigarettentasche und Ringe von unermeßlichem Werthe und eine mit Diamanten besetzte Uhr, und sie kam, wie er bald erfuhr, aus England, wo sie eine Saloneinrichtung für ihr Schloß gekauft hatte, und auch den schönen Affenpintscher. Für fünfzig Pfund – ein Bettel; hundert waren ihr schon für das Prachtthierchen geboten worden.

Das Gespräch zwischen Carolus und der Bessarabierin belebte sich immer mehr. Sie nannten einander ihre Namen. Der ihre war ihm unaussprechbar, der seine entzückte sie. Just Carolus. Wie das klang! wie mild und fest, wie edel und gelehrt.

Er war gewiß ein Gelehrter. Ihr verstorbener Gatte, der Bojar, wäre auch gern ein Gelehrter gewesen, aber die Verwaltung seiner Besitzungen gab ihm viel zu thun, er konnte sich seiner Liebhaberei nicht widmen.

Verstorben der Gatte! O seliger Bojar, Wohlthäter! Carolus pries sein Andenken. Er bezeigte der Dame tiefste Theilnahme und hoffte nur, daß ihr daheim, zu ihrem Troste, liebliche Kinder blühten ...

Aber nein, sie war kinderlos und stand einsam und trotz einiger Glücksgüter, mit denen der Himmel sie gesegnet hatte, doch recht arm in der Welt.

Die langen Wimpern Justs, seine größte Schönheit, senkten sich und verschleierten seine habgierigen Augen. Er seufzte tief, und auch die Wittwe seufzte.

Der Schaffner kam, war mürrisch, entschuldigte sich bei der gnädigen Frau. Er hatte die Herren nicht einsteigen gesehen, er würde ihnen sonst andere Plätze angewiesen haben.

Auch Bertram entschuldigte sich und nahm zugleich Abschied. Er stellte der Reisegefährtin ihr