Nach wenigen Minuten waren die kräftigen Pferde den erschöpften vorgespannt und zogen das Gefährt den Berg hinauf.
Bertram blieb sitzen und sah ihnen nach.
Ein gutmüthiger Mensch, der Graf. Da half er gequältem Gethier aus der Noth, ihm aber hatte er ganz gelassen einen Stachel ins Herz gebohrt, mit seinem zweifelnden Blick und mit seinem grausamen: Ich glaube nicht.
Als Gerhart nach einer Weile zurück kam und die unterbrochene Fahrt fortsetzte, sagte er: »Sehen Sie, dieser Fuhrmann ist ein armer Teufel; ich weiß nicht, was mit ihm geschieht, wenn seine Pferde umstehen, und dennoch schindet er sie zu Tod. Die Armuth ist eben nicht sparsam.«
Es war spät am Nachmittag, als Bertram
heimkehrte; die Schatten wuchsen und die Sonne sank, und das Vesperbrot war, wie Simon Befehl hatte Herrn Vogel zu melden, auf der Terrasse serviert.
Dort fand Bertram die Baronin in peinlicher Erwartung, ruhelos auf und ab wandelnd. Sie empfing ihn mit einem unterdrückten Aufschrei.
»Ach Sie! Endlich, Vogelweid! Was bringen Sie? Erlösung? Befreiung ... Bin ich gerettet?«
Als er alles bejahte, kannte ihr Dank keine Grenzen. Eine Sechzehnjährige hätte ihn nicht heißer empfinden, und kindlicher ausdrücken können, als Bertram die verfänglichen Briefe an Carolus und die Photographie mit der Widmung hervorzog und ihr überreichte.
Wie hatte diese Frau sich und ihre Gefühle konserviert. So etwas wäre unmöglich in der Stadt.