»Warum denn? er hat uns ja nichts gethan.«

»Ich, ich bin eifersüchtig auf ihn,« rief Eduard in bezauberndem Übermuthe.

Madame Amélie war denn auch bezaubert.

»Wenn wir ihr nicht helfen von ihrer Armuth, entschließt sie sich am Ende und nimmt ihn und geht an seiner Seite in die ewige Langeweile. Mir könnte das zwar sehr gleichgültig sein, denn, wie Du weißt, ich mag sie nicht, aber ein Schaden fürs Geschäft wär’s, wenn wir sie verlieren würden. Deshalb, Schatz, wollen wir die Müller so stellen, daß sie seine Wohlthaten nicht braucht. Ich

bitte Dich, schicke ihr morgen in aller Frühe einen Boten. Jetzt wär’s zu spät, jetzt schläft schon Alles bei ihr im Hause. Sie gehen ja dort zur Ruhe zugleich mit den Hühnern in ihrem Hofe.«

»Woher weißt Du, daß es Hühner giebt in ihrem Hof?« fragte Amélie rasch in einer Anwandlung von Mißtrauen. Eduard aber erwiderte ganz unbefangen:

»Ich bin einmal dort vorbeigekommen. Also schreibe heute noch und bescheide sie für morgen Mittag zu Dir. Sei vielleicht ganz besonders liebenswürdig und lade sie ein, die Kinder mitzunehmen. Denen machen wir einen guten Tag und schicken sie mit Fräulein Julie zu Wagen in den Prater. Bist Du dafür, mein Herz, mein geliebtes?«

Wenn er sagte: »Mein Herz, mein geliebtes,« war sie verloren und hatte keinen Willen mehr als den seinen. Ja, ja, Alles, was er bestimmte, sollte geschehen. Ihn ergriff eine tolle Lustigkeit, er nahm seine dicke Frau in die Arme und tanzte mit ihr im Zimmer herum.

XIV.

Der nächste Vormittag traf Dietrich auf dem Wege zu Frau von Müller. Er wollte sie in Kenntniß des Anerbietens setzen, das Madame Vernon ihr machen werde, und sie bitten, es abzuweisen.