»Ich verstecke ihn nicht, er versteckt sich selbst. Ich weiß nicht, warum. Er hat mir befohlen, zu sagen, daß Niemand zu Hause ist, wenn wer Anderer

kommt, als die gnädige Frau, und er muß auf sie warten und muß mit ihr sprechen in Geschäften.«

»Er hat befohlen? Wer hat Ihnen etwas zu befehlen?«

»Der Herr Chef, Herr Jesus! Er ist der Chef. Der gnädige Herr Chef wird doch etwas zu befehlen haben. Er kann uns Alle brotlos machen, sagt er.«

»Brotlos machen, so? Nun, meine Liebe, ich habe Ihnen zwar nichts zu befehlen, aber rathen möchte ich Ihnen ...«

Herr Jesus! dieser Rath war in einer Manier gegeben, viel fürchterlicher als die des Chefs, Befehle zu ertheilen. Fast hätte die arme Pauline aufgeschrieen.

»Seien Sie still und kochen Sie ruhig weiter, das ist mein Rath. Und dieses Geld« – Brand wies auf die Banknote – »dieses Sündengeld ...«

»Sündengeld?« – Jetzt war ihr Gekreische nicht mehr zu unterdrücken: »Ich mag’s nicht, ich hab’s nicht angerührt. Nehmen Sie’s, gnädiger Herr, geben Sie’s zurück.«

»Gut, vortrefflich.« Brand steckte das Geld zu sich und trat ins Atelier. Aber da war Niemand.

Der Elende hatte sich weiter zurückgezogen, ins Zimmer nebenan – Gnade ihm Gott! – ins Schlafzimmer Sophiens. Dietrich ging auf die Thür zu, eine niedere Thür ohne Schloß, drückte die Klinke, und stand in dem Zimmer, in dem die Geliebte, ja, ja, die Vielgeliebte! ausruhte von den Mühen des Tages.