»Warten Sie,« rief Sophie ihr hastig entgegen und erröthete über und über; sie wollte keinen Zeugen haben bei ihrer ärmlichen Mahlzeit.

Brand empfahl sich, und es that ihm bitter weh, daß ihr Abschiedswort lautete:

»Auf Wiedersehen also, in acht Tagen.«

Unter dem Thore wurde er von der Hausmeisterin erwartet.

Sie schlich auf ihn zu, eine lächelnde Hyäne,

warf einen spähenden Blick in die Runde, konnte nirgends einen Lauscher entdecken, und sprach:

»Hob’n e’n beim Fenster ’nausg’schmiß’n! Recht is ihm g’scheg’n. Nur schod, daß mer kein’ dritt’n Stock hob’n.«

»Ich habe Niemanden zum Fenster hinausgeworfen,« erwiderte Brand.

»No, versteht si!« Sie lächelte verschmitzt, und jetzt erinnerte sie an ein Krokodil. »Thon hoben’s es nit, aber hundertmol verdient hätt’s der Schuft, der miserabliche. Schon von weg’n den jung’n Ding von do drib’n. So an arm’s jung’s Ding. Die Eltern sein Schneidersleit’, brave Leit’, und ’s Mädl war a brav ... Bis der Schuft – ober dös steht ihm no ins Haus, dös wird sei Gnädige erfohren, ob s’es g’freit oder nit ... Jetzt’n hot er’s satt, dös arme Ding, und bandlet gern an mit uns’rer Frau von Miller. No jo, so en einschichtigs Frauenzimmer wäre ihm holt commod, ’s is a Glick, daß der gnä’ Herr zum Recht’n seg’n und ihn ’nauspfeffern.«

»Frau Hausbesorgerin, ich habe ihn nicht hinaus »gepfeffert«, ich habe ihn ersucht, sich selbst an