»Niemanden vorlassen, keinen Menschen!«

»Herr Rittmeister, es ist die Frau Majorin von Müller.«

Brand erhob sich. Mit ihm zugleich erhob sich aber auch der Fußboden und rollte Wellen, die Decke flatterte wie ein Segel. Dietrich war froh, bei dem allgemeinen Aufruhr wieder in die Arme seines Fauteuils zurückkehren zu können:

»Wer kommt? Wer?...«

Da stand sie schon auf der Schwelle.

»Gnädige Frau ... Mein höchster Wunsch – Sie bei mir!«

Sie konnte nicht gleich sprechen, sie ging langsam auf ihn zu und reichte ihm beide Hände.

»Verzeihen Sie,« sagte er. »Nein, daß ich Sie so empfangen muß. Invalid, nicht einmal entgegen gehen, nicht einmal aufstehen ... Nein, daß Sie zu mir kommen ... Es geht also besser. Mein lieber, kleiner Freund – wie hab’ ich mich nach ihm gesehnt!«

»Er sich auch nach Ihnen.« Sanft entzog sie ihm ihre Hände, setzte sich ihm gegenüber und schlug den Schleier zurück: »Auch Sie sind sehr leidend.«

»Gewesen!« rief er aus.