»Bist du etwa auch ein Engländer?«
Ich antwortete mit ja, und er und einige andere lachten und machten ihre Witze darüber.
Dann ging's wieder an die allgemeine Untersuchung, die Geschichte ging auf und nieder, hin und her, Stunde über Stunde verstrich, und niemand dachte ans Abendessen. Sie ließen erst den König sein Teil erzählen, dann den alten Herrn seines, und wer nicht ein vorurteilsvoller Starrkopf war, mußte einsehen, daß der alte Herr die Wahrheit, der andere Lügen auftischte. Bald mußte auch ich erzählen, was ich wußte. Der König warf mir einen Seitenblick aus seinem linken Augenwinkel zu, und das genügte, um auf seiner Seite zu bleiben. Aber ich war noch nicht weit gediehen, als der Arzt zu lachen begann und Levi Bell, der Advokat, sagte:
»Setz' dich, mein Junge, ich würde mich an deiner Stelle nicht anstrengen. Ich glaube, du bist das Lügen noch nicht gewöhnt, wenigstens geht's dir nicht leicht von der Hand; dir fehlt noch Uebung; du machst's noch zu plump.«
Das Kompliment war mir gleichgültig, doch war ich froh, auf so billige Art wegzukommen.
Der Arzt wollte eben wieder anfangen, doch unterbrach er sich und sagte:
»Wärst du gleich zu Anfang in der Stadt gewesen, Levi Bell –«
Da fiel der König ins Wort, streckte seine Hand aus und sprach:
»O, ist dies meines armen verstorbenen Bruders alter Freund, von dem er mir so oft schrieb?« Dabei schüttelten sie einander die Hände und der Advokat lächelte und schien erfreut. Sie sprachen eine Weile miteinander, gingen dann etwas beiseite und flüsterten; schließlich sagte der Advokat laut:
»Das wird die Sache bald in Ordnung bringen. Ich schicke die Anweisung mit derjenigen Ihres Bruders hin, und dann sehen die Leute ja gleich, daß alles im reinen ist.«