Gesagt, gethan! Es waren gerade genug drunten im Keller; wir hatten eine ganze Stunde damit zu thun, danach war's aber auch gethan, gut und fest und dauerhaft, und 's sollte den Ratten schon schwer werden, durchzubrechen! Auf einmal hören wir Schritte auf der Treppe, blasen unser Licht aus, verstecken uns, und da kommt der alte Mann mit einem Licht in der einen Hand und mit einem Pack in der andern und sieht so abwesend aus, wie das Jahr, das vorm letzten vergangen. Träumerisch schleicht er an jedes Loch, fingert ein bißchen dran herum, stopft ein bißchen was hinein und fertig ist er. Lange steht er dann und schaut ins Licht, pickt den abgeflossenen Talg weg und denkt über was nach. Dann wendet er sich langsam der Treppe zu und flüstert vor sich hin:

»Ich mag mir den Kopf zerbrechen, wie ich will, und kann mich doch nicht besinnen, wenn ich's gethan habe. Aber zugestopft sind die Löcher und ich könnt' ihr jetzt beweisen, daß ich nicht Schuld an den Ratten bin! Doch, was liegt dran – ich laß es gut sein – es würde doch nichts helfen!« –

Und so kriecht er murmelnd und schleppenden Ganges die Treppe hinauf und wir leise hinterdrein. Es war wirklich ein guter alter Mann und ist's immer noch!

Tom war sehr in Verlegenheit, was er wegen des Löffels thun solle; wir mußten jedenfalls einen haben. Als er sich's überlegt hatte, sagte er mir seinen Plan. Wir gingen dann ins Zimmer, drückten uns um den Löffelkorb herum, bis wir Tante Sally kommen sahen, und dann nahm Tom die Löffel heraus, legte sie neben den Korb und begann sie zu zählen, während ich einen davon in meinen Aermel verschwinden lasse. Plötzlich ruft er:

»Na, aber Tante Sally, es sind ja noch immer nur neun Löffel, sieh doch mal!«

Sie fährt ihn an:

»Mach', daß du weiter kommst, spielt etwas und laßt mich in Ruhe. Ich weiß es besser, ich hab' sie ja vorhin selbst gezählt!«

»Na, ich hab' sie eben zweimal gezählt, Tantchen, und ich krieg' nur neun heraus!«