»Ich verstehe. Waren die anderen Narren?«
»Sie waren Menschen.«
»Ist das dasselbe?«
»Warum fragen Sie? Sie wissen es selbst. In Bezug auf seine Gesundheit – und auf alles übrige – ist der Durchschnittsmensch das Produkt seiner Umgebung und seiner abergläubischen Vorurteile; das Endergebnis ist: er wird ein Esel. Er kann nicht drei oder vier für ihn neue Umstände sich zusammenreimen und einen Schluß daraus ziehen; das geht über seine Kräfte. Er kann nicht selbst Beobachtungen machen, er muß alles aus zweiter Hand beziehen. Wenn die fälschlich so benannten niederen Tiere so albern wären wie der Mensch – sie wären alle binnen einem Jahr vom Erdboden verschwunden.«
»Diese Passagiere ließen sich’s also nicht zur Lehre dienen?«
»Keine Ahnung! Sie gingen auf dem englischen Schiff wieder zu ihren regelmäßigen Mahlzeiten und sehr bald pickten sie wieder anstatt zu essen – appetitlos, von den Speisen angeekelt, verdrießlich, elend, halbhungrig, den ganzen Tag auf ihre mißhandelten Mägen fluchend und schimpfend und dabei winselnd und wehklagend. Und das alles ganz überflüssigerweise, denn ihre Mägen waren die Mägen von Narrenvolk.«
»So ist also, wenn ich Sie recht verstehe, Ihr Verfahren …«
»Ganz einfach: Essen Sie nichts bevor Sie hungrig sind! Wenn das Essen Ihnen nicht mehr schmeckt, Ihnen keine Befriedigung, kein Vergnügen, kein Behagen mehr gewährt, so essen Sie nicht eher, als bis Sie sehr hungrig sind. Dann wird es Ihnen Vergnügen machen und außerdem gut thun.«
»Und habe ich keine regelmäßigen Stunden für die Mahlzeiten einzuhalten?«
»So lange Sie mit einem schlechten Appetit zu kämpfen haben – nein! Haben Sie den Feind untergekriegt, so ist Regelmäßigkeit nicht von Uebel, d. h. so lange der Appetit gut bleibt. Sobald er wieder ins Schwanken gerät, greifen Sie wieder zum Heilmittel – und dieses ist: Hungern – lange oder kurze Zeit je nach dem Erfordernis des einzelnen Falles.«