»Ah – so!«
»Gewiß. Also ich wand den Lasso los und befestigte dessen eines Ende an einem Ast. Der Riemen war aus allerbestem Rohleder und konnte Zentner tragen. An das andere Ende machte ich eine Schleife und ließ es hinunter, um zu sehen, wie weit es reiche. Es ging zweiundzwanzig Fuß weit hinab, halb zum Boden. Dann versah ich sämtliche Läufe meines Allen mit doppelter Ladung. Nun war ich ruhig. Ich sagte bei mir selbst; kommt er nicht auf den Gedanken, der mir so bange macht, gut – und kommt er doch darauf, nun auch gut – ich bin darauf gefaßt. Aber ihr wißt ja doch, daß immer das eintrifft, was man nicht gerne hat, nicht wahr? So geht es stets. Ich erwartete den Büffel mit Bangen – einem Bangen, das nur ermessen kann, wer sich schon in solcher Lage befunden hat, wo er den Tod jeden Augenblick erwarten mußte. Plötzlich blitzt ein Gedanke auf im Auge des Bullen. Ich wußte es ja! sprach ich – wenn mir jetzt die Spannkraft versagt, so bin ich verloren. Richtig – es kam ganz genau, wie ich befürchtet hatte – er machte Anstalt, auf den Baum zu klettern.«
»Wie, der Büffel?« –
»Natürlich – wer denn sonst?«
»Aber ein Büffel kann ja nicht auf einen Baum klettern!«
»Kann nicht? – So, er kann nicht? Nun, wenn ihr es doch so gut versteht, habt ihr es denn schon einmal mit angesehen?«
»Nein. Der Gedanke wäre mir nicht im Traum gekommen!«
»Nun, was hat dann all euer Geschwätz darüber für einen Wert? Weil ihr's noch nie mit angesehen habt, ist das ein Beweis, daß es nicht möglich ist?«
»Also gut – nun weiter; was thatest du nun?«