Tom zögerte und schaute verwirrt um sich.
„Na, sprich — mein Junge! Nicht zaghaft! Die Wahrheit ist immer achtungswert. Was hattest du mit?“
„Nur — nur — ‘ne tote Katze!“
Ein schwaches Kichern entstand, wurde aber sofort vom Gerichtshof unterdrückt.
„Wir werden das Skelett der Katze vorlegen. Jetzt, mein Junge, sag‘ uns, was sich zutrug — sag‘s ganz auf deine Weise — vergiß nichts und fürchte dich nicht.“
Tom begann — zuerst stammelnd, aber als er warm wurde, flossen seine Worte leichter und immer leichter; in kurzem verstummte jeder Laut außer seiner Stimme; jedes Auge heftete sich auf ihn; mit geöffneten Lippen und angehaltenem Atem hingen die Zuhörer an seinen Worten, vollkommen von der Spannung der Erzählung beherrscht. Die Erregung erreichte den höchsten Grad, als er sagte: „Und wie der Doktor mit dem Brett haute und Potter fiel, da sprang der Indianer-Joe mit dem Messer —“
Krach! — Schnell wie der Blitz sprang der Indianer-Joe zum Fenster durch alle Zuschauer hindurch und war im Nu verschwunden!
Fünfundzwanzigstes Kapitel.
Tom war schon wieder ein strahlender Held — der Liebling der Alten, der Neid der Jugend. Sein Name gelangte sogar zu den Ehren der Druckerschwärze, denn das Blättchen des Dorfes verherrlichte ihn. Es gab sogar Leute, die in ihm den zukünftigen Präsidenten sahen, ausgenommen, wenn er vorher gehenkt werde.
Wie gewöhnlich, drückte die gedankenlose Welt jetzt Muff Potter an ihre Brust und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten, wie sie ihn bisher verlästert hatte. Aber diese Sinnesänderung spricht für die Welt; deswegen ist‘s besser, keine Glossen drüber zu machen.