Huck meinte: „Graben sie immer so tief?“
„Manchmal — nicht immer. Denk, wir haben nicht die rechte Stelle erwischt.“ Sie wählten eine andere Stelle und begannen nochmals. Die Arbeit stockte diesmal ein bißchen, aber sie kamen doch vorwärts. Wieder gruben sie stillschweigend eine Zeitlang. Schließlich lehnte sich Huck auf seine Schaufel, wischte den Schweiß von seiner Stirn und sagte: „Wo woll‘n wir graben, wenn wir hier fertig sind?“
„Denk‘, wir woll‘n den alten Baum über Cardiff Hill — hinter dem Haus der Witwe nehmen.“
„Glaub‘s auch, daß dort was ist. Aber, wenn‘s die Witwe uns fortnimmt, Tom? ‘s ist ihr Land.“
„Sie wegnehmen! Soll sie‘s doch nur versuchen! Wenn einer so ‘nen vergrabenen Schatz findet, gehört er ihm. Ich mach‘ keinen Unterschied, wem das Land grad‘ gehört.“
Das war beruhigend. Die Arbeit wurde fortgesetzt. Dann sagte Huck wieder:
„Verdammt — wir müssen wieder an ‘nem falschen Platz sein. Was meinst du?“
„‘s ist wirklich sonderbar, Huck. Versteh‘s nicht. Manchmal stören‘s die Hexen. Denk‘ ‘s wird das sein, was uns hier stört.“
„Unsinn, Hexen haben tags keine Macht!“
„Na ja, ‘s ist wahr! Dachte nicht dran. Halt — jetzt weiß ich, wie‘s ist! Was für verdammt große Schafsköpfe wir sind! Man muß ja doch erst wissen, wohin der Schatten bei Mondschein fällt, und da muß man dann graben!“