Das Fräulein zog den Beutel und reichte Oberst Jack ihr Fahrgeld.

»Was soll das?« fragte er.

»Wollen Sie es, bitte, dem Kutscher geben.«

»Behalten Sie Ihr Geld, Verehrteste, Sie dürfen nicht zahlen. Fahren Sie nur mit in unserer Staatskutsche, so lange Sie wollen.«

Das Fräulein drückte sich verwirrt in die Ecke. Jetzt kletterte eine alte Frau mit dem Handkorb herauf und bot ihr Fahrgeld an.

»Setzen Sie sich, gute Frau,« sagte Oberst Jack; »wir lassen Sie gern mitfahren, aber ohne Bezahlung. Machen Sie sich’s nur bequem und thun Sie ganz so, als ob es Ihr Wagen wäre.«

Nach wenigen Minuten waren noch drei Herren, zwei dicke Frauen und mehrere Kinder eingestiegen.

»Nur immer herein, meine Freunde,« rief Oberst Jack, »geniert euch nicht. Hier wird jeder frei gehalten.« Dann flüsterte er Oberst Jim zu: »Ist aber dies New York eine gesellige Stadt! Man sollte so was doch kaum für möglich halten!«

Da er sich hartnäckig weigerte dem Kutscher das Fahrgeld der Passagiere einzuhändigen und jedermann freundlich willkommen hieß, ging den Leuten allmählich ein Licht auf. Sie steckten ihr Geld wieder ein und belustigten sich insgeheim über den Spaß. Es nahmen wohl noch ein halbes Dutzend Fahrgäste Platz. »Kommt nur, kommt,« rief Oberst Jack; »eine Spazierfahrt ist nichts, wenn man nicht Gesellschaft hat.« Dann flüsterte er Oberst Jim wieder leise zu: »Die Freundlichkeit der New Yorker geht doch über die Bäume und wie kaltblütig sie die Sache nehmen – was man nicht alles erlebt!«

Immer mehr Passagiere stiegen ein, alle Plätze waren besetzt und die Männer, welche im Mittelgang standen, hielten sich an den Riemen fest, die von der Decke herabhingen. Leute mit Körben und Bündeln kletterten oben auf das Dach. Ein halb unterdrücktes Gelächter ließ sich von allen Seiten hören.