Der Vergleich begann. Im Saal herrschte atemlose Stille, jeder Laut, jede Bewegung hatte aufgehört, alle verharrten in gespanntester Erwartung, und als man endlich die Worte vernahm: »Es besteht nicht einmal eine Aehnlichkeit zwischen beiden,« da brach ein donnernder Beifall los; die ganze Versammlung erhob sich, doch fügte sie sich bald wieder dem Ordnungsruf. Tom veränderte seine Stellung fortwährend, konnte aber auf keine Weise zur Ruhe kommen, seine Unbehaglichkeit wuchs von Minute zu Minute. Als Wilson der allgemeinen Aufmerksamkeit wieder sicher war, sagte er, auf die Zwillinge deutend, mit ernster Stimme:
»Diese Männer sind unschuldig; wir haben nichts mehr mit ihnen zu schaffen.« (Der erneute Beifall wurde schleunig unterdrückt.) »Unsere Aufgabe ist jetzt, den Schuldigen zu entdecken.« (Toms Augen traten aus ihren Höhlen. Es war wirklich ein qualvoller Tag für den trauernden Neffen, jedermann beklagte ihn.) »Ich kehre nun zu den Fingerabdrücken der Kinder A und B zurück und frage die Geschworenen, ob die vergrößerten Ansichten aus A’s fünftem und siebentem Monat übereinstimmen?«
»Vollkommen,« versetzte der Obmann.
»Dann nehmen Sie dieses Blatt, das, wie die Aufschrift sagt, aus A’s achtem Monat stammt. Ist es den beiden andern völlig gleich?«
»Nein – der Unterschied ist groß,« lautete die verwunderte Antwort.
»Sie haben ganz recht. Und wie steht es mit den beiden Abdrücken von B aus dem fünften und siebenten Monat – stimmen sie überein?«
»Ja – vollkommen.«
»Hier ist B’s drittes Blatt aus dem achten Monat. Stimmt das zu B’s andern beiden Abdrücken?«
»Ganz und gar nicht.«
»Können Sie sich denken, woher diese merkwürdige Verschiedenheit stammt? – Ich will sie Ihnen erklären. Aus einem uns unbekannten Beweggrund, vermutlich in selbstsüchtiger Absicht, hat jemand diese beiden Kinder in der Wiege vertauscht.«