»Hier,« sagte er, mit dem Finger darauf deutend, »ist die Hand des Friedensrichters Robinson (Beifall), dieser Abdruck stammt vom Konstabler Blake (Beifall), jener dort vom Geschworenen Mason (Beifall), der drüben vom Sheriff (Beifall), die andern kann ich jetzt nicht nennen, aber ich habe sie alle zu Hause mit Namen und Datum und könnte sie aus meiner Sammlung herausfinden.«
Unter stürmischen Beifallrufen begab er sich wieder an seinen Platz. Der Sheriff stellte schnell die Ruhe her und befahl den Leuten, sich zu setzen, denn alle waren aufgestanden und hatten sich nach Kräften bemüht, etwas zu sehen zu bekommen. Die Richter, die Geschworenen, der Sheriff und alle übrigen waren bis jetzt zu sehr mit Wilsons merkwürdiger Leistung beschäftigt gewesen, um auf die Ordnung im Gerichtssaal zu achten.
»Und jetzt,« fuhr Wilson fort, »habe ich hier die Fingerabdrücke zweier Kinder in zehnfacher Vergrößerung, so daß jeder, der Augen hat, auf den ersten Blick den Unterschied der Zeichnung erkennen kann. Wir wollen die Kinder A und B nennen. Hier ist A’s Abdruck im Alter von fünf Monaten und hier wieder von sieben Monaten.« (Tom schrak zusammen.) »Sie sind einander ganz gleich, wie Sie sehen. Hier ist B’s Hand von fünf und hier von sieben Monaten. Beide stimmen genau überein, sind aber von A’s Muster ganz verschieden, wie Sie bemerken werden. – Für jetzt lege ich die Blätter beiseite und komme später darauf zurück.
»Die zwei Zeichnungen, welche ich Ihnen nunmehr vorlege, sind die zehnfach vergrößerten Fingerabdrücke der beiden Männer, welche angeklagt sind, den Richter Driscoll ermordet zu haben. Die Vergrößerung ist von mir gestern abend gemacht worden, das will ich eidlich beschwören. Nun fordere ich die Geschworenen auf, sie mit den Abdrücken auf den Fensterscheiben zu vergleichen, welche von den Angeklagten herrühren, und dem Gerichtshof zu sagen, ob sie sich von jenen unterscheiden.«
Er reichte dem Obmann ein sehr starkes Vergrößerungsglas. Ein Geschworener nach dem andern nahm das Pappblatt und das Glas zur Hand und stellte den Vergleich an. Dann sagte der Obmann zum Richter:
»Wir stimmen alle überein, daß kein Unterschied besteht.«
»Legen Sie bitte, jetzt jenes Blatt beiseite,« sagte Wilson zu dem Obmann, »statt dessen nehmen Sie dieses hier, vergleichen Sie es sorgfältig durch das Vergrößerungsglas mit den blutigen Spuren auf dem Messergriff und teilen Sie das Ergebnis dem Gerichtshof mit.«
Die Geschworenen thaten nach seiner Anweisung und ihr Bericht lautete: »Wir finden, daß beide vollkommen übereinstimmen.«
Nun wandte sich Wilson an den öffentlichen Ankläger, und es lag eine gewisse Feierlichkeit im Ton seiner Stimme, als er sagte:
»Ich erlaube mir, den hohen Gerichtshof daran zu erinnern, daß die Anklage mit dem größten Nachdruck behauptet hat, die blutigen Spuren auf dem Elfenbeingriff stammten von dem Mörder des Richters Driscoll her. Wir haben uns vorhin mit dieser Behauptung einverstanden erklärt und thun es noch. – Ich bitte die Geschworenen, die Fingerabdrücke der Angeklagten mit den Spuren zu vergleichen, die der Mörder zurückgelassen hat.«