»Hm – ich kann es nicht verstehen. Ich lag zu Hause im Schlaf. Er hat mich nicht geweckt. Glaubte vermutlich, er sei Manns genug, seine Sache ohne meine Hilfe zu führen.« – Driscolls Züge erheiterten sich vor stolzer Freude bei dem Gedanken. »Es ist mir lieb,« fuhr er mit wohlgefälligem Behagen fort, »da zeigt sich das echte, alte Blut – was meinst du, Pembroke?«
Howard lächelte in eherner Ruhe und nickte beistimmend mit dem Haupte.
»Aber vor Gericht hat Tom über den Zwilling gesiegt,« nahm der Mann, welcher die Nachricht gebracht hatte, wieder das Wort.
Der Richter sah ihn verwundert an.
»Vor Gericht? – Wie meint Ihr das?«
»Nun, Tom hat gegen ihn eine Anklage wegen thätlicher Beleidigung erhoben. Der Richter Robinson hat die Verhandlung geleitet.«
Der alte Driscoll sank plötzlich in sich zusammen, als hätte ihn der Schlag gerührt. Howard sprang herzu, fing den Ohnmächtigen in seinen Armen auf und bettete ihn sorgfältig auf den Boden des Bootes. Während er ihm Wasser ins Gesicht spritzte, rief er dem Unglücksboten zu:
»Rasch, fahren Sie weiter, damit er Sie nicht mehr hier findet, wenn er zum Bewußtsein kommt. Sie haben schon Schaden genug angerichtet mit Ihren unbesonnenen Reden. Wie konnten Sie nur so rücksichtslos sein und mit der abscheulichen Verleumdung mir nichts, dir nichts herausplatzen!«
»Es thut mir herzlich leid, Herr Howard, ich würde es auch gewiß nicht gesagt haben, wenn ich mir’s recht überlegt hätte. Aber eine Verleumdung ist es nicht, sondern die reinste Wahrheit.«
Er ruderte fort. Bald darauf kam der alte Richter wieder zu sich und sah den Freund, der sich teilnehmend über ihn beugte, mit jammervollen Blicken an.