»Ich gestehe, daß es Ausschweifungen giebt –«

»Ach was – von Ausschweifungen ist keine Rede. Er verlangte, daß ich mich mit dem verdammten Italiener schlagen sollte und ich weigerte mich.«

»Natürlich mußte er die Sache so ansehen,« sagte Wilson bedächtig; »ich verstehe nur nicht, warum er nicht gleich gestern abend für das Nötige gesorgt hat, und wie er zugeben konnte, daß du einen solchen Fall vor Gericht brachtest, gleichviel ob vor oder nach dem Duell. Das sieht ihm gar nicht ähnlich. Wie ist es nur zugegangen?«

»Ganz einfach – er hat keine Silbe davon gewußt. Als ich gestern abend nach Hause kam, schlief er schon.«

»Und du hast ihn nicht aufgeweckt? – Wie unrecht war das!«

Also, selbst hier fand Tom nur schlechten Trost. Er rückte unruhig auf dem Stuhl hin und her. »Ich konnte es nicht über mich bringen, es ihm zu sagen. Er ging bei Tagesanbruch mit Pembroke Howard auf den Fischfang, und ich dachte, man würde die Zwillinge ins Loch stecken. Daß sie für solche Niederträchtigkeit mit einer lumpigen Geldstrafe fortkämen, hätte ich mir nicht träumen lassen. Warf man sie aber ins Stadtgefängnis, so waren sie entehrt, und ein Duell mit solchen Leuten würde Onkel weder von mir gefordert noch überhaupt gestattet haben.«

»Wahrhaftig, Tom, ich muß mich in deiner Seele schämen! Wie hast du nur so gegen deinen guten alten Onkel handeln können? Da meine ich’s doch weit besser mit ihm als du. Wäre ich über alle Umstände unterrichtet gewesen, so würde ich dafür gesorgt haben, daß die Sache nicht vor Gericht kam, bis ich sie ihm gemeldet hatte, damit er standesgemäß verfahren konnte.«

»Ist das dein Ernst?« rief Tom mit lebhafter Ueberraschung. »Und es war doch dein erster Rechtsfall; auch weißt du sehr wohl, daß Onkel überhaupt nicht vor Gericht gegangen wäre. Dann hättest du noch lange auf einen Prozeß warten können. Und trotzdem hättest du das wirklich gethan?«

»Ganz gewiß.«

Tom sah ihn eine Weile an, dann schüttelte er mitleidig den Kopf.