»Ich bin überzeugt, daß du ihn nicht wiederfindest. Der Dieb hat ihn gestohlen. – Herein!«
Der Friedensrichter Robinson, Buckstone und Jim Blake, der städtische Polizeibeamte, traten ins Zimmer. Nachdem sie Platz genommen hatten, drehte sich die Unterhaltung eine Zeitlang zweck- und ziellos um das Wetter und ähnliches, bis Wilson sagte:
»Denken Sie sich, die Liste der Diebstähle, die in unserer Stadt begangen worden sind, hat sich abermals um zwei vermehrt. Herrn Driscolls alte silberne Uhr ist verschwunden, und Tom sagt mir eben, daß er einen goldenen Ring vermißt.«
»Es ist eine abscheuliche Geschichte,« meinte Robinson, »die mit jedem Tage schlimmer wird. Bei den Hankses, den Dobsons, den Pelligrews, den Ortons, den Grangers, den Hales, den Fullers, den Holcombs, kurz, bei sämtlichen Leuten, die in Patsy Coopers Nachbarschaft wohnen, ist allerlei entwendet worden. – Theelöffel, Schmuckgegenstände und sonstige Wertsachen, die sich leicht mitnehmen lassen. Es liegt auf der Hand, daß der Dieb die Gelegenheit benützt hat, um die unbewachten Häuser zu plündern, als alle Welt bei dem Empfang war, und die Neger am Zaun herumlungerten, weil sie auch etwas zu sehen bekommen wollten. Patsy ist ganz trostlos darüber, um der Nachbarn willen und besonders auch wegen ihrer fremden Mieter. Vor Kummer über den Schaden der andern findet sie kaum Zeit, ihre eigenen Verluste zu beklagen.«
»Wir haben es ohne Zweifel noch immer mit dem alten Dieb von neulich zu thun,« sagte Wilson.
»Konstabler Blake ist anderer Meinung.«
»Und ich habe recht,« sagte Blake. »Bei den früheren Malen war es ein Mann; das weiß die Polizei aus sicheren Anzeichen, obgleich sie seiner nicht habhaft geworden ist, aber diesmal ist’s eine Frau.«
Wilson mußte sogleich wieder an das geheimnisvolle Mädchen denken, das ihm fortwährend im Sinne lag; es war jedoch von einer andern Person die Rede.
»Jawohl,« fuhr Blake fort, »eine alte Frau mit krummem Rücken und einem Deckelkorb am Arm. Sie ist ganz schwarz gekleidet und hat einen dichten Schleier vorgebunden. Gestern sah ich sie in das Fährboot steigen; sie wird wohl in Illinois zu Hause sein. Mag sie aber wohnen, wo sie will, ich werde sie schon ausfindig machen, davor ist mir nicht bange.«
»Wie kommen Sie denn darauf, sie für die Diebin zu halten?«