»Nun, Howard – was für Nachricht bringst du?«

»Die beste, die man sich wünschen kann.«

»Der Italiener nimmt die Herausforderung an, nicht wahr?« Driscolls Auge blitzte in froher Kampfeslust.

»Jawohl, mit dem größten Eifer.«

»Wirklich? – nun das freut mich – das gefällt mir. Wann soll das Duell stattfinden?«

»Jetzt gleich. Auf der Stelle. Noch heute abend. Ein herrlicher, ein ganz vortrefflicher Mensch!«

»Ein wahrer Prachtsjunge! Es ist ja eine Ehre und Freude, sich mit dem jungen Mann zu schießen. Gehe nur schnell zu ihm und bringe alles ins reine – sage auch, ich lasse mich ihm bestens empfehlen. Wahrhaftig, du hast ganz recht – ein vortrefflicher Mensch!«

»Ehe noch eine Stunde vergeht, findest du ihn auf dem wüsten Platz zwischen Wilsons Wohnung und dem Gespensterhaus; ich bringe auch meine eigenen Pistolen mit,« sagte Howard davoneilend.

In erregter und doch befriedigter Stimmung ging der Richter eine Weile im Zimmer auf und ab; plötzlich stand er aber betroffen still – er dachte an Tom. Zweimal näherte er sich seinem Schreibpult und wandte wieder um, endlich faßte er einen Entschluß.

»Vielleicht ist dies meine letzte Nacht auf Erden,« sagte er nachdenklich; »ich darf die Sache nicht dem Zufall überlassen. Er ist ein unwürdiger Mensch, ein großer Nichtsnutz – aber, zum Teil bin ich selbst schuld daran. Mein Bruder hat ihn mir auf dem Totenbette anvertraut, und statt ihn streng zu erziehen und einen Mann aus ihm zu machen, habe ich ihm durch übermäßige Nachsicht geschadet. Wenn ich ihn nun zu guterletzt verstoße, so füge ich zu meiner Pflichtversäumnis nur noch ein neues Unrecht hinzu. Schon einmal habe ich mich mit ihm ausgesöhnt, und diesmal würde ich ihn erst einer langen und schweren Prüfung unterwerfen, bevor er meine Verzeihung erhielte. Allein, der Ausgang des Duells ist ungewiß. Deshalb will ich mein Testament wieder aufsetzen. Bleibe ich am Leben, so verberge ich es vor ihm; er soll nichts davon erfahren. Ich sage ihm nicht eher etwas, bis er sich gründlich bessert und ich sehe, daß seine Sinnesänderung von Dauer ist.«