Wohlthun trägt Zinsen.
(In Beispielen.)
Von Kindheit auf habe ich mit besonderer Vorliebe eine gewisse Sammlung moralischer Erzählungen gelesen, aus denen ich Vergnügen und Belehrung schöpfte. Das Buch lag mir stets bequem zur Hand und sobald mein Glaube an menschliche Tugend zu wanken drohte, griff ich danach und vertrieb mir alle Zweifel. Auch wenn mich ein Gefühl meiner eigenen Schwäche und unedlen Gesinnung niederdrückte, wies mich das Buch zurecht und zeigte mir den Weg, wie ich die verlorene Selbstachtung wiedergewinnen könne.
Nur eines vermißte ich: Die schönen Geschichten brachen alle ab, sobald der Höhepunkt erreicht, die glückliche Lösung erfolgt war, und ich hätte doch so gern von dem weitern Ergehen der großmütigen Wohlthäter und ihrer Schützlinge noch etwas erfahren. Mein Verlangen hiernach ward zuletzt so dringend, daß ich beschloß, mir über den ferneren Verlauf der Geschichten selbst Klarheit zu verschaffen. Ich unternahm zu diesem Zweck lange und mühevolle Forschungen und kam dabei zu merkwürdigen Ergebnissen. Ich will nachstehend nur zwei Proben davon zum allgemeinen Besten mitteilen. Zuerst werde ich die Geschichte, wie sie in den ›Beispielen des Guten‹ steht, erzählen und dann die Fortsetzung beifügen, wie es mir gelungen ist, sie zu ermitteln.