William Fergusons Mutter war darüber so verblüfft, daß sie die Schnapsflasche fallen ließ und eine Verwünschung ihr in der Kehle stecken blieb. Als sie sich vom ersten Schrecken erholt hatte, stieß sie keuchend hervor: »So also beweisen Sie Ihre Dankbarkeit? Wo wäre Ihre Frau und Ihr Junge jetzt ohne meinen Sohn?«

William sagte: »So also beweisen Sie Ihre Dankbarkeit? Sagen Sie einmal – habe ich Ihrer Frau das Leben gerettet oder nicht?«

Sieben Anverwandte liefen aus der Küche herbei und sagten einer nach dem andern: »So also beweisen Sie Ihre Dankbarkeit?«

Williams Schwestern standen starr vor Verwunderung. »So also beweisen Sie – –« fingen sie an, kamen jedoch nicht weiter, da ihre Mutter sie mit vor Schluchzen erstickter Stimme unterbrach und rief: »Und im Dienst eines solchen Ungeheuers hat mein seliger kleiner Jakob sein teueres Leben geopfert!«

Da schwoll dem empörten Spadden der Mut und in der Erregung des Augenblicks rief er voll edlen Zornes:

»Hinaus aus meinem Hause, ihr Bettlerpack! Ich weiß es jetzt, jenes Geschichtenbuch hat mich bethört, aber es soll mich nie wieder zum Narren halten. – Ja, du hast meiner Frau das Leben gerettet,« donnerte er William an, »und dem nächsten, welcher das thut, mache ich auf der Stelle den Garaus!« –


Zum Schluß bemerke ich noch, daß sich die Geschichte mit William Ferguson in meiner persönlichen Bekanntschaft wirklich zugetragen hat; doch sind von mir alle Einzelheiten dergestalt verändert worden, daß William sein Spiegelbild nicht wiedererkennen wird.

Jeder Leser dieser Skizze ist wohl einmal den ›Beispielen des Guten‹ gefolgt, von welchen die Bücher berichten, und hat in irgend einer schönen, begeisterungsvollen Stunde seines Lebens eine edelmütige That vollbracht. Es wäre mir lieb zu erfahren, wie viele dieser Großmütigen Lust haben, über jenes Erlebnis nachträglich zu reden und sich gern an die Folgen erinnern lassen, welche aus demselben entstanden sind!? –