Sie hatten ihn schon hundertmal gesehen und doch eine halbe Stunde in bitterer Kälte und Dunkelheit auf ihn gewartet, eingekeilt in einem Haufen ebensolcher Narren, um ihn noch einmal zu sehen! – Ich traute meinen Ohren kaum, aber was eine Engländerin sagt, muß man glauben, mag es noch so unwahrscheinlich klingen. Es wurde mir schwer eine passende Erwiderung zu finden, endlich verfiel ich auf folgende:

»Mir ist das ganz unbegreiflich. Selbst wenn ich den General Grant nie gesehen hätte, würde ich schwerlich solche Opfer bringen, um mir seinen Anblick zu verschaffen.«

Die verständnislosen Gesichter der Damen verrieten mir, daß der Sinn des Vergleichs ihnen gänzlich dunkel war. Endlich sagten sie gelassen:

»Das versteht sich von selbst – er ist ja nur ein Präsident!«

Es steht also unumstößlich fest, daß nur ein Prinz von unvergänglichem, unerschöpflichem Interesse ist. Der General, den kein Feind besiegt hat, der General, der nie einen Kriegsrat brauchte, der einzige General, der eine Schlachtlinie befehligte, welche ununterbrochen zwölfhundert Meilen lang war, der Schmied, der die getrennten Teile unserer Republik zusammengeschweißt hat und sie so fest gefügt, daß sie voraussichtlich alle Monarchieen der Welt überdauern wird – der war in ihren Augen schließlich nur ein Mensch. Ihr Prinz dagegen war weit mehr, nämlich ein Wesen aus ganz anderm Stoff, hoch erhaben über dem gewöhnlichen Sterblichen, den er überstrahlt wie die ewigen Sterne am Firmament unsere armseligen Talglichter, welche qualmen und verlöschen, von denen nichts zurückbleibt, als ein Häufchen Asche und ein schlechter Geruch.


Die 1 000 000 Pfund-Note.