»Nein, gewiß nicht – und wenn mein Kopf daran hinge! Erlauben Sie – etwa zweitausend Dollars, wie? – Aber nein, nein – so viel können Sie nicht verdient haben. Sagen wir siebzehnhundert.«
»Haha! das hab' ich mir gedacht! Meine Einnahmen für Vorlesungen letzten Winter und diesen Frühling betrugen vierzehntausendsiebenhundertundfünfzig Dollars. Was sagen Sie dazu?«
»Ja, das ist ja unglaublich, ganz unglaublich! Das werde ich mir merken. Und Sie meinten, das sei noch nicht einmal alles?«
»Alles! – kein Gedanke! Dazu kam noch mein Gehalt beim ›Täglichen Kriegsruf‹ auf vier Monate, ungefähr – ungefähr – nun was würden Sie sagen, wenn ich es auf achttausend Dollars angäbe?«
»Was ich sagen würde? – Je nun – daß ich wohl auch in solchem Meer des Ueberflusses schwimmen möchte. Achttausend – das will ich mir merken! Und das ist alles noch nicht genug, Sie Glückspilz! Wenn ich Sie recht verstehe, haben Sie noch andere Einnahmen gehabt?«
»Hahaha! natürlich. Wir stehen erst beim Anfang sozusagen. Nun kommt noch mein Buch ›Unschuld auf Reisen‹ – Preis drei Dollars fünfzig Cents bis fünf Dollars, je nach dem Einband. Sehen Sie mir ins Auge und hören Sie: Während der letzten fünftehalb Monate – ganz abgesehen von allem was vorher verkauft worden ist – nur während der letzten fünftehalb Monate haben wir fünfundneunzigtausend Exemplare von dem Buch abgesetzt. Fünfundneunzigtausend! Denken Sie einmal! Durchschnittlich vier Dollars das Exemplar, das macht vierhunderttausend Dollars, mein Freund – und ich bekomme die Hälfte!«
»Alle Wetter! Ich will das aufschreiben. Vierzehn – sieben – fünf – acht – zweihundert – Summa sagen wir – meiner Treu, die Gesamtsumme macht ungefähr zweihundertdreizehn- oder vierzehntausend Dollars. Ist das möglich?«
»Möglich? Wenn irgend ein Fehler dabei ist, so habe ich zu wenig angegeben. Zweihundertvierzehntausend bar ist mein diesjähriges Einkommen, wenn ich überhaupt rechnen kann.«
Jetzt stand der Herr auf um zu gehen. Mich überfiel der peinliche Gedanke, ob ich am Ende meine Enthüllungen umsonst gemacht habe. Noch dazu hatte ich mich durch seine laute Bewunderung verführen lassen, die Beträge recht ansehnlich zu vergrößern. Aber, nein, im letzten Augenblick überreichte mir der Herr ein großes Couvert mit der Bemerkung, daß es seine Geschäftsanzeige enthalte, die mir jeden gewünschten Aufschluß geben könne, er würde stolz sein, einen Mann von so ungeheuerm Einkommen zum Kunden zu haben. Früher habe er gedacht, daß es mehrere wohlhabende Herren in der Stadt gäbe, aber sobald er geschäftlich mit ihnen in Verbindung getreten sei, habe es sich gezeigt, daß sie kaum genug besäßen, um davon leben zu können. Es sei wirklich eine solche Ewigkeit her, seit er einen reichen Mann von Angesicht gesehen, mit ihm gesprochen, und ihm die Hand gereicht habe, daß er sich kaum enthalten könne, mir um den Hals zu fallen – ich würde ihn unendlich glücklich machen, wenn ich ihm die Erlaubnis gäbe, mich zu umarmen.