Der erste Mensch, welcher mich aufsuchte, nachdem ich mich in der Stadt niedergelassen hatte, war ein Herr, der sich damit einführte, daß er sagte, er sei Taxator und stehe mit der Abteilung für innere Einkünfte der Vereinigten Staaten in Verbindung. Ich sagte, ich hätte nie von diesem Geschäftszweig gehört, sei aber trotzdem sehr erfreut ihn zu sehen und bäte ihn, Platz zu nehmen. Er setzte sich. Mir fiel gerade nichts Besonderes ein, womit ich ihn unterhalten konnte, aber ich bedachte, daß, wer einem Hauswesen vorstehen will, auch die Pflicht hat, gesprächig, liebenswürdig und entgegenkommend zu sein. In Ermangelung von etwas anderm fragte ich ihn also, ob er seinen Laden in unserer Nachbarschaft eröffnen werde.

Er bejahte dieses, ohne jedoch, wie ich gehofft hatte, von selbst zu erwähnen was er verkaufe, und ich wollte doch nicht neugierig erscheinen.

Also versuchte ich es mit der Frage: »Geht das Geschäft gut?« und er erwiderte: »Hm, so so.«

Darauf sagte ich, wir würden bei ihm vorsprechen und wenn man uns in seinem Hause ebenso gut bediene wie in andern, so wollten wir ihm unsere Kundschaft zuwenden.

Er antwortete, sein Etablissement würde uns unzweifelhaft genügen. Ihm sei wenigstens noch nie jemand vorgekommen, der einen andern Vertreter seines Faches aufgesucht hätte, nachdem er einmal mit ihm verhandelt habe.

Das klang ziemlich selbstbewußt, aber abgesehen von der natürlichen Schlechtigkeit, die uns allen im Gesicht geschrieben steht, sah der Mann ganz ehrlich aus.

Ich erinnere mich nicht mehr wie es zuging, aber allmählich tauten wir auf und kamen in Fluß, das heißt unsere Unterhaltung, und nun ging es wie ein aufgezogenes Uhrwerk.

Es wurde geredet, geredet, geredet – wenigstens meinerseits, und gelacht, gelacht, gelacht – wenigstens seinerseits. Aber während der ganzen Zeit hatte ich die Geistesgegenwart nicht verloren, meine natürliche Schlauheit war auf ›vollen Dampf‹ gesetzt, wie die Maschinisten sagen. Ich war entschlossen alles zu erfahren, was sein Geschäft anging, trotz der dunkeln Antworten, die er gab, und zwar dachte ich es aus ihm herauszubekommen, ohne daß er es selbst gewahr wurde. Ich wollte ihn in eine tiefe, tiefe Falle locken, ihm alles über mein eigenes Geschäft erzählen und ihn dadurch so erwärmen und zutraulich machen, bis er nicht umhin konnte, mir ausführliche Mitteilungen über sein Geschäft zu machen, ehe er noch merkte, um was es mir zu thun war. »Du ahnst nicht, mein Sohn,« dachte ich bei mir selbst, »mit welchem schlauen Fuchs du es zu thun hast!«

»Können Sie wohl raten,« sagte ich, »wie viel ich im vergangenen Winter und Frühling mit meinen Vorlesungen eingenommen habe?«