Alle drei oder vier Monate betrank er sich einmal ein wenig, aber er war im allgemeinen kein unvorsichtiger oder leidenschaftlicher Trinker, wenn er sich auch gern dann und wann einen kleinen Spitz holte.
In einer Beziehung hatte er entschieden etwas vor mir voraus; ihm stand nämlich stets der monatliche Schulbericht zur Verfügung und mir nicht, weil der Direktor der Volksschule mein Blatt, den ›Fortschritt‹, nicht leiden konnte.
Um die Zeit, da der Bericht gewöhnlich erschien, machte ich mich einmal an einem Winterabend auf, kummervoll überlegend, wie ich ihn mir verschaffen solle.
Ich war nur wenige Schritte gegangen, als ich in der fast menschenleeren Straße auf Boggs stieß, den ich fragte, wohin er wolle.
»Den Schulbericht holen.«
»Dann komme ich mit.«
»Nicht doch, Verehrtester, das wäre vergebliche Mühe.«
»So – meinen Sie?«
Eben trug der Kellner der nahen Schenkwirtschaft eine Bowle voll dampfenden Punsches an uns vorbei und Boggs sog den Wohlgeruch mit gierigen Zügen ein. Sehnsüchtigen Blickes folgte er dem Träger und sah ihn die Treppe zum Bureau des ›Fortschritt‹ hinaufsteigen.
»Schade,« sagte ich, »daß Sie mir nicht zu dem Schulbericht verhelfen können; da das aber nun einmal unmöglich ist, will ich sehen, ob ich nicht in der Redaktion der ›Union‹ einen Abzug bekomme, nachdem der Bericht gesetzt ist. Ich glaube es zwar nicht, aber man kann's doch versuchen. Gute Nacht!«