Pol Pry.«
Dann weiter: –
»Sie haben Dahten gethan, welche niemand bewußt sind wie mir. Rücken Sie nur ein bar Batzen raus an Ihren Ergebenen oder Sie sollen durch die Zeitungen was hören von
Handy Andy.«
So ungefähr lauteten sie. Auf Wunsch könnte ich damit fortfahren, bis der Leser übergenug hat.
Bald darauf ›überführte‹ mich das bedeutendste republikanische Journal einer großartigen Bestechung und das demokratische Hauptblatt bezüchtigte mich eines niederträchtigen Erpressungsversuches. Auf diese Weise erwarb ich zwei neue Titel: ›Twain, der elende Verführer‹ und ›Twain, der schändliche Räuber.‹
Inzwischen verlangte man mit solchem Toben eine ›Antwort‹ auf alle die entsetzlichen Beschuldigungen, die gegen mich laut geworden waren, daß die Redakteure und die Führer meiner Partei behaupteten, es wäre mein politischer Ruin, wollte ich länger bei meinem Schweigen verharren. Wie um ihr Verlangen noch dringender zu machen, erschien schon am nächsten Tage folgendes in einer Zeitung:
»Seht einmal den Menschen an! – Der Kandidat der Unabhängigen schweigt noch immer, weil er nicht zu reden wagt. Alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen sind vollauf bewiesen worden und sein fortgesetztes, beredtes Schweigen hat deren Wahrheit genug bestätigt, so daß er nunmehr für alle Zeit überführt dasteht. – Ihr Unabhängigen, seht ihn euch einmal an, euern Kandidaten! Seht den verruchten Meineidigen, den Montana-Dieb, den Leichenschänder! Betrachtet euch euern Delirium Tremens, den elenden Verführer, den schändlichen Räuber! Schaut ihn an – genau und gründlich – und dann sagt, ob ihr mit gutem Gewissen einem Schurken eure Stimme geben könnt, der sich durch seine entsetzlichen Verbrechen eine so grauenvolle Auswahl von Ehrentiteln erworben hat und es nicht wagt, den Mund aufzuthun, um auch nur einen einzigen von sich zu weisen.«
Ich sah keine Möglichkeit, mir die Sache zu ersparen, und so machte ich mich denn tief gedemütigt daran, eine ›Antwort‹ auf den Wust von grundlosen Beschuldigungen und boshaften Lügen vorzubereiten. Aber ich brachte diese Aufgabe nicht zu stande. Schon am folgenden Morgen erschien nämlich eine neue gräßliche Geschichte in einem Blatt; mit abscheulicher Erfindungsgabe beschuldigte man mich allen Ernstes, ein Irrenhaus nebst sämtlichen Insassen niedergebrannt zu haben, weil es die Aussicht vor meinem Hause versperre. Dies versetzte mich in Todesschrecken. – Ferner sollte ich noch meinen Onkel vergiftet haben, um sein Vermögen an mich zu bringen, und man bestand heftig darauf, das Grab müsse geöffnet werden. Es trieb mich an den Rand der Verzweiflung. Als nun noch die Anklage folgte, ich hätte als Pfleger des Findelhauses meine zahnlosen, altersschwachen Verwandten angestellt, um die Kost zu bereiten – da begann ich zu wanken, und die Sinne schwanden mir. Schließlich setzte man der empörenden Verunglimpfung, die der Parteihaß mir angethan, noch die Krone auf, indem man neun zerlumpte Kinder, in allen Farbenschattierungen, die kaum laufen gelernt hatten, abrichtete, bei einer öffentlichen Versammlung auf die Rednertribüne zu stürzen, sich an mich zu drängen und mich Papa zu nennen.