»O nein, nein. Bitte, verratet mich nicht!«
Als die jungen Leute weg waren, sagte der Alte:
»Sie verraten's nicht und ich thu's auch nicht. Aber sag' mal, warum willst du denn nicht, daß man's weiß?«
Huck ließ sich auf keine weitere Erklärung ein, sondern sagte nur, er wisse schon mehr als zuviel von dem einen der Kerle und wolle um keinen Preis, daß der dahinter komme, sonst sei er, Huck, keinen Moment seines Lebens sicher.
Noch einmal gelobte der alte Mann Verschwiegenheit und fragte dann:
»Wie kamst du drauf, den Kerlen nachzuschleichen, Junge? Sahen sie dir verdächtig aus?«
Einen Moment war Huck still und überlegte sich die Antwort, dann sagte er:
»Ja, seht ihr, ich bin so 'ne Art Landstreicher, wenigstens sagen die Leute so, und da muß es wohl wahr sein. Na, da simulier' ich denn manchmal drüber nach in der Nacht und das läßt mich nicht schlafen, und ich denk' und denk', wie ich wohl anders werden könnt'. So war's wieder mal gestern nacht. Schlafen konnt' ich nicht und so bummel' ich denn in den Straßen herum, und als ich da in der Nähe von der Herberge an den alten Schuppen komm', lehn' ich mich mit dem Rücken dran, um nochmal besser nachzudenken. Na, da streichen dann plötzlich die zwei Kerls an mir vorbei, tragen etwas unterm Arm. Halt, denk' ich, die haben gestohlen. Einer rauchte und der andre wollte Feuer haben, so blieben sie nicht weit von mir stehen, und die Cigarren warfen einen Strahl auf die Gesichter und ich sah, daß der eine der taubstumme Spanier ist und der andre ein ruppiger, zerlumpter –«
»Was, die Lumpen hast du auch gesehen beim Schein der Cigarren?«