Das machte Huck für einen Moment unsicher, dann aber sagte er:
»Nun ich weiß nicht – aber es kommt mir vor, als ob ich sie gesehen hätte.« –
»Dann liefen sie also weiter und du –«
»Ich hinterher, ja, so macht' ich's. Wollt' mal sehen, was los sei, sie schlichen so verdächtig an den Häusern hin. Oben bei der Witwe Garten standen sie dann still, ich auch, und da hört' ich denn, wie der eine für die Frau bat und der andre, der Spanier, schwor, er wollte ihr schon die Fratze verderben, grad' wie ich's euch und euren Söhnen gestern abend –«
»Was, der Taubstumme hat das gesagt?«
Da! Nun saß Huck von neuem in der Patsche! Er hatte sein Bestes thun wollen, um den alten Mann abzulenken von der Spur, wer eigentlich der Taubstumme sei, und trotz aller Mühe und Vorsicht schien seine Zunge entschlossen, ihn wieder und wieder in Verlegenheit zu bringen. Umsonst versuchte er, sich aus der Klemme zu ziehen. Des Alten Auge ruhte so durchdringend auf ihm, daß er Versehen über Versehen machte. Da nahm der Alte das Wort:
»Mein Junge,« sagte er, »vor mir brauchst du dich nicht zu fürchten, mit meinem Willen soll dir keiner was zu leide thun; ich will dir schon helfen, kannst dich darauf verlassen! Der Spanier ist nicht taubstumm, soviel hast du nun schon verraten, ohne es zu wollen, das kannst du nicht mehr zurücknehmen. Du weißt aber noch mehr über den Kerl, was du nicht sagen willst. Komm mal her, Junge, vertrau mir, sag's, hab' keine Angst, du kannst mir trauen, ich verrat' dich keinem.«
Huck starrte einen Moment in die ehrlichen Augen des alten Mannes, dann beugte er sich über den Tisch und flüsterte ihm ins Ohr:
»'s ist ja gar kein Spanier, – 's ist der Indianer-Joe!«