»Schon gut, nur vorwärts,« trieb der ungeduldige Joe, – »kitzle sie mal ein bißchen!«
Die Wanze entwischte Tom schleunigst und passierte die Linie, nun war die Reihe des ›Kitzelns‹ an Joe, gleich danach hatte sie wiederum den Aequator gekreuzt. Dieser Wechsel wiederholte sich des öfteren. Während nun der eine Junge die unglückselige Baumwanze mit der Nadel anspornte, in nimmer erlahmendem Eifer, schaute der andere in atemloser Spannung zu, die beiden Köpfe waren tief über die Tafel gebeugt, die beiden Seelen schienen der ganzen übrigen Welt wie abgestorben. Endlich wollte sich das launenhafte Glück für Joe entscheiden, an seine Fersen heften. Die Wanze versuchte auf allen möglichen Wegen zu entwischen und wurde bei der Jagd so lebhaft und erregt, wie die Jungen selber. Aber wieder und wieder, gerade als sie den Sieg schon, so zu sagen, in Händen hielt und Toms Finger juckten und zappelten vor Begier, in die Aktion eingreifen zu können, gerade im entscheidenden Moment lenkte Joes Nadel geschickt den Flüchtling nach seiner Seite zurück und wahrte sich den Besitz dieses köstlichen Guts. Endlich konnte es Tom nicht länger mehr aushalten, die Versuchung war zu groß. So streckte er denn die Hand aus und begann mit seiner Nadel nachzuhelfen. Da aber wurde Joe zornig und rief drohend:
»Tom, laß das bleiben!«
»Ich will dir ja nur ein klein bißchen helfen, Joe.«
»Ach was, helfen! Brauch' dich nicht, laß bleiben, sag' ich.«
»Kuckuck, noch einmal. Ich werd' doch auch ein bißchen helfen dürfen!«
»Laß bleiben, sag' ich dir!«
»Ich will aber nicht.«
»Du mußt – die Wanze ist auf meiner Seite.«
»Hör' mal zu, Joe Harper. Wem gehört die Wanze denn eigentlich, dir oder mir?«