»Du bist ein Quatschkopf! Sie lügt ja gar nicht!«

»Ach nee! wirklich nicht? lügt sie nicht?«

»Natürlich nicht!«

»Sehr gut! Na, wenn die Landkarte nicht lügt, dann gibt’s keine zwei Staaten von derselben Farbe. Was sagst du dazu, Tom Sawyer?!«

Er sah, ich hatte ihn fest und Jim sah es auch; und ich muß sagen, ich war mächtig stolz darauf, denn Tom Sawyer war einer, mit dem man in einem Wortgefecht nicht so leicht fertig wurde. Jim schlug sich auf den Schenkel und rief:

»Donnawetta! Das is fermost! Das is einfach fermost! Da is nix zu sagen, Massa Tom; diesmal hat Huck Finn Sie fest! Jawoll!« Und dabei schlug er sich noch einmal auf den Schenkel und sagte: »Junge, Junge! Das war warraftig fermost!«

Nie in meinem Leben war ich innerlich so stolz gewesen, und dabei hatte ich gar kein Bewußtsein davon gehabt, daß ich so was Berühmtes sagte, als bis es heraus war. Ich plapperte eigentlich bloß so in den Tag hinein, aber auf einmal, paff!, da schoß es aus mir heraus!

Aber Tom war ärgerlich und sagte, Jim und ich wären zwei unwissende Windbeutel und es wäre besser, wenn wir unseren Mund hielten. Ich habe herausgefunden, daß fast jeder ärgerlich wird, wenn er auf einen guten Einwand nichts zu erwidern weiß.

Auf einmal bemerkte er ganz tief, tief unter uns einen Kirchturm; er nahm ein Fernrohr zur Hand und sah nach der Turmuhr, holte seine silberne Taschenuhr hervor und sah nach der Zeit, und dann wieder auf den Turm und nochmals auf die silberne Zwiebel und sagte schließlich:

»Das ist komisch! Die Uhr da geht beinahe ’ne Stunde vor!«